Intelligent wirken

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Gleich vorab: Intelligent wirken und sympathisch rüberkommen, das sind zwei Paar Schuhe. Wenn Sie Karriere machen wollen müssen Sie sich für eines von beidem entscheiden. In deutschen Unternehmen zählt die Kompetenz, daher geben Sie sich hierzulande besser das Image eines Schlaubergers. Hierfür gibt Rhetoriktrainer Peter Flume diese sieben Tipps.

Suggerieren Sie eine gute Herkunft

Ihre Mutter ist Cindy aus Marzan? Das sollten Sie so nicht rüberbringen. Wer schlau wirken will, sollte den Guttenberg machen. „Ein gefälschter Doktortitel kann da Wunder wirken, oder ein abgekürzter zweiter Vorname à la Ronald R. Tolkien“, weiß der Rhetoriker Peter M. Flume aus Nürtingen.

Kleidung und Haltung: Lässig aber hochwertig

intelligentIntelligente Menschen lesen bis in die Nacht. Sie gehen wenig aus dem Haus und haben keine Zeit für Sport. Also sind sie blass und übernächtigt. Und wenn Sie nicht gerne lesen, die Nächte bekommen Sie auch mit den fünf Staffeln von Breaking Bad verkürzt. Tragen Sie Kleidung von guter Qualität. Britisch-lässig mit Stilbrüchen. Die Kleidung soll sagen: Ich komme aus gutem Hause, aber ich habe keine Zeit für Trends und moderne Kombinationen. Ein aus dem Hosenbund hängender Hemdzipfel oder die Kombination von Cord und Tweed sind unverzichtbar.

Intelligent wirken: Vergessen Sie Smalltalk

Wer sich zu eloquent über das Wetter und aktuelles Zeitgeschehen unterhalten kann, wirkt oberflächlich und gesellschaftskonform. Aber das sind intelligente Menschen ja nicht. „Steigen Sie zwar auf ein Gespräch ein, gehen aber schnell ins Detail. Rasch haben Sie Ihren Gesprächspartner im Gewirr Ihrer Gedankengänge verloren. Aber das bemerken Sie gar nicht, denn Ihre Ideen sind einfach zu wichtig. Smalltalk wird überbewertet!“, schmunzelt der Autor zahlreicher Fachbücher.

Im Vortrag: Gedankenpausen machen und abschweifen

Wer wirklich intelligent ist, der macht kein Infotainment. Sie wollen Ihre Expertise sprechen lassen. Deshalb sind die Vorträge schlauer Menschen langatmig und vor lauter Fachbegriffen schwer zu verstehen. „Wenn Sie bemerken, dass Ihr Publikum aussteigt, haben Sie Ihr Ziel erreicht. Machen Sie an diesem Punkt unbedingt noch drei Minuten weiter, bevor Sie das Thema wechseln“, rät Flume.

Wenn Sie etwas zu lange Gedankenpausen einlegen, dann nur, weil Ihnen gerade ein Geistesblitz gekommen ist. Schreiben Sie diesen unbedingt sofort auf oder zeichnen Sie ein intelligent aussehendes Diagramm, auch wenn Ihre Zuhörer warten müssen. Nehmen Sie den Blickkontakt vom Plenum, sodass Sie nicht unterbrochen werden können.

Satzbau: Fremdwörter und nicht zu einfache Sätze

Peter Flume verrät, wie wir intelligent rüberkommen. (Foto: rhetoflu)

Intelligente Menschen kennen ihr Fachgebiet in- und auswendig. Das sollten Sie zeigen, indem Sie Fachbegriffe so natürlich verwenden, dass sich keiner traut, nachzufragen. Selbst unpassende Fremdwörter locker eingestreut zeigen den Zuhörern lediglich auf, wie begrenzt doch deren Horizont ist.

Öffentliche Anlässe: Kaffee statt Alkohol

„Mit einem Bier in der Hand gesehen zu werden, tut Ihrem Image als Intellektuellem nicht gut“, beobachtet der Trainer mit mehr als 25 Jahren Erfahrung. Vielmehr sollten Sie billigen Alkohol in der Öffentlichkeit vermeiden. Sie brauchen schließlich einen klaren Kopf. Sheldon Cooper macht das auch so. Stattdessen können Sie Schwarztee oder Kaffee bestellen, den brauchen Sie auch, weil Sie immer bis nachts die Probleme der Menschheit lösen.

Im Gespräch: die gleiche Information neu formulieren

Heißt es „der Preis erhöht sich um 20 Prozent“, sollten Sie „also um ein Fünftel“ murmeln und im Kopf schnell die absolute Zahl in Euro ausrechnen. Menschen, die Informationen schnell verarbeiten, wirken intelligenter. Flume: „Rechnen zu können ist heute ja schon eine aussterbende Kunst, daher lassen sich Gesprächspartner oft schon durch einfache Grundrechenarten aus der Fassung bringen. Informationen konkret zu machen ist ein Zeichen von hohem IQ.“

Wenn Sie jetzt noch zögern den Schlauberger zu geben, dann machen Sie sich klar wieviel einfacher die Umsetzung dieser sieben Tipps ist, statt sich auf Ihre Gesprächspartner und Zuhörer wirklich einzulassen.


Leila Haidar ist freie Wirtschaftsjournalistin aus Stuttgart. Sie ist für verschiedene überregionale Tageszeitungen tätig, schreibt für Fachmagazine und beschäftigt sich mit den verschiedensten Themen, darunter Personal, Industrie und Logistik.

 

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