Nachtdienst allein im Pflegeheim…

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Die Halloween Geschichte der Pflegebibel

Alle Jahre fängt das Gruseln von vorne an. Hier eine Kurzgeschichte (Foto: Fotolia)

…die Kollegin die mit mir gemeinsam den Nachtdienst bestreiten sollte, war kurzfristig erkrankt. Ersatz war auf die Schnelle nicht zu organisieren und so kam es, dass ich um 21 Uhr die Übergabe alleine entgegennehmen musste.

Für meine neue Stelle war ich extra in einen kleinen Ort in der Nähe von Freiburg gezogen. Dort hatte ich ein nettes Pflegeheim gefunden. Es lag etwas abseits in einem kleinen malerischen Tal, mitten im Schwarzwald. Es war Herbst und die Straße, die zu dem Heim führte, war in keinem guten Zustand. Vom nassen Laub war sie ganz rutschig. Außerdem war sie schlecht beleuchtet, doch der Vollmond spendete mir zumindest etwas Licht.

Während meines ersten Rundgangs war alles ruhig und unauffällig. Hier und da hörte man den Wind ums Haus pfeifen. Die Bäume, die sich knarrend im Wind bewegten, warfen Schatten an die Wände des spärlich beleuchteten Flurs. Die Bewohner lagen in ihren Betten und sahen fern, oder schliefen. Nur ab und zu durchbrach ein Klingeln die Stille.

Eine seltsame Begegnung

Als ich gegen Ende meines zweiten Rundgangs gerade auf dem Weg zurück ins Dienstzimmer war, vernahm ich hinter mir ein Geräusch. Als ich mich umdrehte, kam vom Ende des Flures ein Rollstuhl auf mich zu. Darin saß eine alte, hagere Dame. Hatte ich sie nicht vor wenigen Augenblicken noch gelagert, oder war ich bereits so übermüdet, dass ich mir das nur einbildete? Schließlich war es bereits nach Mitternacht. Als ich die Dame fragte, wohin sie denn wolle, antwortete sie mir: “Meine Tochter kommt gleich, ich gehe ihr entgegen.“ Dabei strahlte sie über das ganze Gesicht. Schließlich konnte ich die Bewohnerin jedoch davon überzeugen, sich wieder zu Bett zu begeben. Der dritte und letzte Rundgang war wieder vollkommen ereignislos und ich war froh, dass die Nacht bald ein Ende finden sollte.

Ein schlechter Scherz?

Bei der Übergabe am nächsten Morgen, glaubte ich jedoch zunächst an einen schlechten Scherz. Die Kolleginnen behaupteten steif und fest, das Zimmer sei unbewohnt und die Dame von der ich erzählte, sei bereits vor einigen Wochen verstorben. Und zwar noch bevor ich angefangen hatte, in dem Heim zu arbeiten. Der Tod ihrer Tochter, die auf dem Weg zu ihr tödlich verunglückt sei, habe ihr das Herz gebrochen.

Ich konnte und wollte das nicht glauben, sicher erlaubten sich die Kolleginnen nur einen Scherz mit „dem Neuen“. Also ging ich nach Feierabend ein letztes Mal in das Zimmer. Ich hatte die Bewohnerin doch mit eigenen Augen gesehen und sogar mit ihr gesprochen. Als ich das Zimmer betrat traute ich meinen Augen nicht, denn es war vollständig leer.

Genau in diesem Moment klingelte mein Wecker und erinnerte mich daran, dass ich in einer Stunde den Nachtdienst in meiner neuen Einrichtung antreten sollte…

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