Pflege finanzieren

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Die Pflege zu versichern und zu finanzieren, ist selten ganz einfach. (Foto: Fotolia)

Die Situation ist die: Elisabeth Gehr kann seit Monaten nicht mehr gut aufstehen und laufen, nun ist es fast unmöglich ohne Hilfe geworden. – Der Pflegefall ist eingetreten. Wenn sich ihre zwei Kinder entschließen, die Pflege zu übernehmen, gibt es von der Krankenkasse ein fest vorgeschriebenes Pflegegeld. Kommt sie ins Pflegeheim oder in eine Wohngemeinschaft, werden die Kosten nur zu einem Teil übernommen. Die Differenz zahlen die Angehörigen oder die Hilfebedürftigen selbst. Und das kann laut Stiftung Warentest je nach Pflegestufe im Schnitt 540 Euro oder sogar mehr als 2000 Euro pro Monat betragen.

Nur Bares ist Wahres

Pflegetagegeld-Versicherungen können laut verschiedenen, aktuellen Studien von Finanztest und Stiftung Warentest diese Engpässe schließen.

Zunächst aber, wie sieht das Tagegeld konkret aus?

– Bei der Pflegestufe I werden folgende finanzielle Mittel im Pflegefall zur Verfügung gestellt:

  • Pflegetagegeld beträgt im Höchstfall 235 Euro am Tag
  • Für Sachleistungen gibt es maximal 450 Euro
  • Bei ambulanter Kostenübernahme gibt es höchstens 484 Euro

– Außerdem: Pflegetagegeldtarife gibt es in zwei Varianten. Einmal in komplett ungeförderter Form und zweitens als Kombitarif. Dieser enthält einen ungeförderten und einen staatlich geförderten Tarifanteil.

Die Versicherungen im Test

Bei der Stiftung Warentest schneiden die Kombitarife in den Tests etwas besser ab. Denn der Staat legt fünf Euro im Monat obendrauf. Da Kleinvieh auch Mist macht, sind die Leistungen dieser Verträge also etwas höher. Auf den Top-Rängen stehen etwa HanseMerkur (Tarif: PA), DFV (Tarif: PZV), Mecklenburgische (Tarif: ProME), LVM (Tarif: PZT) und Bayrische Beamten-KK (Tarif: PflegePremium Plus).

Doch in einzelnen Fällen haben laut Finanztest einige ungeförderte Pflegetagegeldversicherungen teilweise bessere Versicherungsbedingungen als die geförderte Pflegeversicherung. Ältere oder bereits kranke Menschen bekommen häufig nur noch die staatlich geförderte Tagegeldvariante, weil es keine Gesundheitsprüfung gibt.

Insgesamt könnten mit 56 bis 87 Euro im Monat bei geförderten sowie ungeförderten Tarifen die berechneten Versorgungslücken geschlossen werden. Um den Test richtig einzuordnen: Bei Finanztest ging es um Modellkunden im Alter von 45 und 55 Jahren. Für diese fanden die Verbraucherexperten fünf „sehr gute“ und 78 „gute“ Angebote. Ganz oben landeten bei Finanztest die Württembergische (Tarif: PTPU), HanseMerkur (Tarif: PA), Allianz, DFV, Bayrische Beamten-KK, Mecklenburgische, UKV, Axa und einige mehr.

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