Gesunder Darm

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So haben auch Pflegebedürftige ein gutes Bauchgefühl

Darmprobleme bereiten vielen Senioren Bauchschmerzen. Ernährung und Bewegung helfen. (Foto:Fotolia)

‚Ist die Mitte gesund, ist der Mensch gesund‘, so ein chinesisches Sprichwort. Aber der Darm macht mit seinen acht Metern Länge so manchem Senioren Probleme. Wie Bewegung und Ernährung die Mitte unserer Pflegebedürftigen ausgleichen, lesen Sie hier.

 Jeder Dritte hat Verdauungsbeschwerden

Der Verdauungsriese Darm versorgt uns mit Energie, beherbergt mehr Bakterien als der Körper Zellen hat und ist Sitz von rund 70 Prozent unseres Immunsystems. „Die meisten unserer Patienten kommen mit Symptomen wie Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfung zu uns in die Klinik“, berichtet Felix Gundling vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Statistiken zufolge leidet jeder Dritte mindestens ab und zu an Bauchbeschwerden. Bei etwa 50 Prozent der Patienten liegt laut dem Münchner Oberarzt kein organischer Befund vor. Der Mediziner führt viele Darmangelegenheiten auf die moderne Lebensweise zurück: „Meist ist es eine Mischung aus Fehlernährung und Bewegungsmangel, die dem Darm Probleme bereitet.“

 Ballaststoffe und Flüssigkeit bringen den trägen Darm in Schwung

Je höher der Zivilisationsgrad, umso höher auch das Auftreten von Magen-Darm-Erkrankungen. Der Königsweg zum gesunden Darm bleibe also eine gesunde Lebensweise. Ursula Sellerberg, stellvertretende Pressesprecherin der ABDA – Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände, empfiehlt, möglichst viele Ballaststoffe aus Obst, Gemüse und Vollkornprodukten zu sich zu nehmen. Besonders Menschen, die immer wieder unter Verstopfung leiden, können ihren Darm damit anregen.

„Ballaststoffe wirken wie Füllmaterial. Sie quellen auf, binden Wasser und sorgen so für Masse“, erklärt die Apothekerin. Die Darmtätigkeit wird angeregt, der Stuhl ist locker und weich und kann schneller ausgeschieden werden. „Bei Verstopfung können auch Lein- und Flohsamen helfen“, ergänzt Sellerberg. Zusätzlich gilt: Viel trinken. Mindestens 1,5 Liter pro Tag.

 Zeit für das Essen lassen

Laut Sellerberg sollte im Alltag genug Zeit für die Mahlzeiten eingeplant werden. Das Sprichwort ‚Gut gekaut ist halb verdaut‘ komme nicht von ungefähr. Tatsächlich beginnt das Verdauen bereits im Mund. Hastig hinunter geschlungene Nahrung sorgt für Probleme. „Wer schnell isst und trinkt, verschluckt zudem große Mengen Luft“, weiß die Apothekerin. Ein weiterer Grund für Blähungen.

 Bewegung muss sein

In der Pflege ist das nicht ganz einfach. Aber einem trägen Darm begegnen wir am besten mit Bewegung. Anders als landläufig verbreitet, nimmt die Motilität des Darms mit dem Alter nicht automatisch ab. Stattdessen kommt sie ins Stocken, weil Senioren sich zu wenig bewegen. Eine gebrechliche 87-Jährige muss sich allerdings kein strammes Fitnessprogramm aufbürden. Gesundheitsexpertin Sellerberg empfiehlt 30 Minuten intensive Bewegung täglich: „Das kann auch ein Spaziergang sein, je nachdem, wie leistungsfähig eine Person ist.“

 Entspannung gehört dazu

Genauso wohltuend wirke sich regelmäßiges Entspannen auf die Körpermitte aus, sind sich beide Experten einig. An unserem Wunderorgan sitzen mehr Nervenzellen als im Gehirn. So bringen Stress, Aufregung oder Angst den Darm nicht selten aus seinem natürlichen Gleichgewicht.

 Alarmsignale beachten

Wer ungewollt Gewicht verliert und wessen Leistungsfähigkeit plötzlich abnimmt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Gleiches gilt bei Blut im Stuhl und Nachtschweiß-Attacken. „Insbesondere über 50-Jährige sollten sich dann untersuchen lassen“, rät Gundling. Sie gehören zur Risikogruppe des Dickdarmkrebses, der jährlich über 60.000 Mal diagnostiziert werde. Dem Experten zufolge können immer mehr Menschen Stoffe wie Gluten, Lactose oder Fructose nicht problemlos verstoffwechseln. „Patienten mit einer entsprechenden Diagnose können bestimmte Lebensmittel meiden, was zu einer Besserung der Beschwerden führt.“ schließt Gundling ab.

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