Gehaltsvergleich unter Altenpflegekräften

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Unterschiede zwischen Ländern, Q-in-Pflegerqualifikationen und Einrichtungsgrößen

Mit dem Gehalt kann der Altenpflege-Beruf im Prinzip selten locken. Trotzdem ist gut zu wissen, wo die Bezahlung besser und wo schlechter ist. Foto: Daniela Reichart

Nicht nur im Hinblick darauf, was sie für die Gesellschaft leisten, sind Altenpfleger völlig unterbezahlt. Auch im Vergleich zur Arbeitszeit und der körperlichen sowie mentalen Stärke, die gefordert ist, ist die Bezahlung zu niedrig. Etwa im Vergleich zu Lager- und Bauarbeitern oder dem Öffentlichen Dienst. Doch wie die Fakten genau aussehen, zeigen wir in diesem Überblick.

Altenpflege-Gehalt während der Ausbildung

In der Lehrzeit ist die Vergütung im Gegensatz zu anderen Ausbildungen sehr hoch und springt von rund 975 Euro auf 1037 Euro und im dritten Azubi-Jahr auf 1138 Euro pro Monat. So verdienen etwa kaufmännische Azubis meist nur zwischen 870 und 1000 Euro. Allerdings steigen etwa Versichungskaufleute danach viel höher ein: Direkt nach der Lehre verdienen sie im Schnitt zwischen monatlich 1800 und 2100 Euro. In der Altenpflege ist das bisher nicht so. Und die Einstiegsgehälter variieren: Je nach Bundesland, Geschlecht, Weiterbildung und Größe der Einrichtung. Im Schnitt durch alle Altergruppen und anderen Kategorien verdienen Altenpflegekräfte brutto in Deutschland 2080 Euro im Monat.

Branchen-Gehälter im Bundesvergleich

Laut fast 2000 aktuellen Datensätzen aus verschiedenen Datenbanken lässt es sich In Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Baden-Württemberg und Bayern oftmals am besten verdienen. Direkt gefolgt etwa von Hessen, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Sachsen und Sachsen-Anhalt sind statistisch die Schlusslichter. Doch die Statistik zeigt nur einen kleinen Teil. Und vor allem: Bei gemeinnützigen oder privaten Trägern lassen sich die Gehälter eigentlich so gut wie immer verhandeln. Und gerade was die hohe Fluktuation und den Fachkräftemangel angeht, haben Bewerber gute Argumente für mehr Geld.

Baden-Württemberg zwischen 1722 € und 2755 €
Nordrhein-Westfalen zwischen 1660 € und 2741 €
Bayern zwischen 1601 € und 2788 €
Hamburg zwischen 1823 € und 2872 €
Schleswig-Holstein zwischen 1698 € und 2876 €
Hessen zwischen 1524 € und 2935 €
Rheinland-Pfalz zwischen 1441 € und 2759 €
Berlin zwischen 1614 € und 2533 €
Saarland zwischen 1556 € und 2231 €
Niedersachsen zwischen  1522 € und 2609 €
Bremen zwischen 1345 € und 2654 €
Meck.-Vorpommern zwischen 1243 € und 2424 €
Brandenburg zwischen 1222 € und 2364 €
Thüringen zwischen 1334 € und 2512 €
Sachsen-Anhalt zwischen 1236 € und 2353 €
Sachsen zwischen 1200 € und 2369 €

Verdienst-Unterschiede je nach Größe der Pflege-Einrichtung

Unterm Strich sagt die Statistik: Je größer der Laden, desto höher das Gehalt. Doch diese These widerlegen sicherlich viele ambulante Pflegedienste und Einrichtungen. Stichwort: Verhandlen!

Bei Trägern bzw. Einrichtungen mit

  • 1 bis 500 Mitarbeitern verdient eine Fachkraft oftmals zwischen 1400 € und 2700 €
  • 501 bis 1000 Mitarbeitern verdient eine Fachkraft oftmals zwischen 1500 € und 2900 €
  • mehr als 1000 Mitarbeitern verdient eine Fachkraft oftmals zwischen 1500 € und 3100 €

Alter

Zwischen 25-jährigen und 50-jährigen Fachkräften steigt der Lohn, wie überall. Doch leider im Vergleich nur gering. Mechatroniker etwa machen in dieser Zeit Gehaltssprünge von oftmals biszu 4000 Euro mehr im Monat. Wer in der Altenpflege etwa im Süden Deutschlands mit 25 Jahren zum Beispiel 2015 Euro verdient, erhält mit 50 Jahren (ohne weitere Qualifikationen) im allerbesten Fall 2171 Euro im Monat.

Weiterbildungen bringen’s

Doch etwa Fortbildungen im Palliativbereich oder zur Wohnbereichs-, Pflegedienst-Leitung lassen den Verdienst steigen. So verdienen Pflegedienstleitungen in Deutschland zwischen 2100 und 3000 Euro. Wer ein Studium wie Gesundheitsökonomie draufsetzt, verdient rund 3400 Euro.

Rente

Altenpflegerin Ursula Baranski aus Itzehoe arbeitet seit fast 40 Jahren in der Pflege und liebt ihren Job. Doch gerade der Blick auf die finanzielle Versorgung nach dem Arbeitsleben lässt sie schlucken: „Für das, was wir für die Gesellschaft leisten, ist das Gehalt eine Frechheit. Vor allem im Hinblick auf die Rente. Da bekommstdu gerade noch 1200 Euro raus.”

Gute Gehalts-Übersichten im Internet finden sich auf Gehalt.de/altenpflege, Ausbildung.de/altenpflege und Gehaltsvergleich.com/altenpflege

6 KOMMENTARE

  1. Ich warte auf mein Gehalt von 2100 Euro und bin über 50 Jahre alt. Ich weiss nicht, wo die Werte herkommen. Ich bin Fachkraft in Sachsen-Anhalt schon einige Jahre. Aber von den Gehältern, die hier angegeben werden, da träumen wir von. Bin bei einem privaten Unternehmen.

    • Hi, ja, das sind leider alles Werte, die von Datenbanken mit 2000 Einträgen kommen. Das bildet natürlich nicht den tatsächlichen Markt in Gänze ab,, wie das bei allen Statistiken ja ist. Vielen Dank für Ihren Einwand und Kommentar! Es ist wichtig zu sehen, wie Statistiken daneben liegen können.

  2. Also hier in NRW ist es nicht anders ihr solltet mal die Gehaltsabrechnung einfordern da bleibt nicht viel alles würde gekürzt oder gestrichen keine Zuschläge mehr für den Schichtdienst nur sonntags oder feiertagszuschlag und Nachtschichtzulage ich bin jetzt 46 und weiß das fürs Alter kaum was bleibt und dabei Arbeite ich Nachts und mache nebenher Stellvertretend PDL und wenn ich nur Tags arbeiten müsste käme ich finanziell nicht zurecht . Wo ist da denn Gerechtigkeit auf mich wartet die Armut kann nur hoffen ich halte lange genug durch kann im Alter ja zu meinen Kindern ziehen . Dafür habe ich schließlich gearbeitet.

  3. Ich beschäftige mich berufsbedingt mit der Situation der Fachkräfte in der Pflege und kann nur bestätigen, dass es eine große Variabilität im Bezug auf die gezahlten Gehälter gibt. Besonders schwierig ist es für langjährige Mitarbeiter, die nach etlichen Jahren treuem Dienst ihre Gehälter neu diskutieren wollen. Auch wenn das berechtigt ist lassen sich die Einrichtungen meist nicht darauf ein und sorgen damit für großen Unmut bei der Belegschaft. Die Einrichtungen kommen meist erst in Bewegung, wenn Sie realisieren das Ihre Mitarbeiter sich nach anderen Möglichkeiten umschauen. Ich kann nur Raten sich nach anderen Stellen umzuschauen, schließlich sind erfahrene Pflegekräfte Gold wert. Bei meditalente.de z.b. besteht die Möglichkeit sich einen Überblick über die offenen Vakanzen in der Nähe zu schaffen. Die Mitarbeiter dort helfen auch gerne mit Informationen über Einrichtungen.

  4. Ich (41) seit 20 exam. Altenpfleger, arbeite seit 3 Jahren bei einem kirchlichen Träger der ambulanten Krankenpflege in Bayern als stellv. PDL und verdiene Brutto (Incl. Pflegezulage 46€ und Bereitschaftszulage 300€) nach AVR 32 P11 Gruppe 4= 4125 €

    Das Problem sind die wahnsinnigen Gehaltsunterschiede der Länder!

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