Tod am Montagmorgen

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Läuft der Montagmorgen immer übel, dann leiden Sie vermutlich an Montagsblues. (Foto: DAK-Gesundheit)

Montagsblues – darum haben so viel Angst vor dem Wochenstart

Bereits in den 1970-er Jahren prägte sich der Begriff Montagsauto ein. Gemeint waren Neuwagen, die viele Mängel hatten und vermutlich an einem Montag montiert wurden.

Im Radio reißt im Jahr 2016 ein Moderator Witze über den Wochenstart: „Montagmorgen – nur noch fünf Tage bis zum Wochenende!“.

Laut Berufsgenossenschaft (Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) passieren montags auf dem Weg zur und bei der Arbeit mehr Unfälle, als an den übrigen Wochentagen.

Schlafforscher erklären Gründe

Zwei Gründe für den stotternden Start in die Woche, verbunden mit Müdigkeit und übler Laune, sieht Schlafforscher Hans-Günter Weeß:

  • Für viele Menschen beginnt bereits am Sonntagabend die Arbeitswoche – zumindest gedanklich. Denken verspannt – und das ist der Feind des Schlafes.
  • Wer zudem am Wochenende später ins Bett geht und lange schläft, kann Sonntagabend oft schlecht einschlafen, wenn er wieder früher ins Bett will.

Der Wissenschaftler spricht davon, dass dem Gehirn der Schlafdruck fehle. Schlaf sei ein Bedürfnis wie Hunger und Durst. „Je länger wir wach sind, umso höher der Schlafdruck, das heißt: das Bedürfnis nach regenerierendem Schlaf“, erklärt das Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung vor kurzem in einem Interview der Frankfurter Rundschau.

Wie der Prozess genau ablaufe, sei noch unklar. Allerdings wissen die Schlafforscher: Je länger wir wach sind, umso mehr wandert der Botenstoff Adenosin vor allem im basalen Vorderhirn vom Intrazellulär- in den Extrazellulär-Raum. Das sei ähnlich einer Batterie, die sich entleert. Während wir schlafen werde das Adenosin zurück in die Zellen transportiert. Der Akku lädt sich auf.

Pläne und Opferrolle

Wer an seiner Stimmung etwas ändern möchte, kann sich für Montagabend etwas Schönes vornehmen: Einen Theaterbesuch, Musik machen und auch Sauna oder Sport mit Freunden helfe, den Montagsblues zu vertreiben.

Mentaltrainer gehen noch weiter: Montagsneurotiker müssten ihre Opferrolle ablegen, so die Ansicht. Viele Menschen leben oft unbewusst in einer Opferrolle. Sie schieben den Umständen oder Mitmenschen die Schuld an der eigenen Stimmungslage zu. Montags knallt es dann doppelt: Die „Opfer“  müssen die Komfortzone (unbeschwertes Wochenendgefühl) verlassen und sind mit nervigen Chefs oder Kollegen konfrontiert.

Raus kommt, wer reflektiert

Diese Rolle sei zwar bequem, doch sie lähme einen. Wer sich das bewusst macht, erkenne, dass er seine Stimmung nicht an das Handeln Dritter heften darf.

  • Erster Schritt: Gemecker von anderen nicht persönlich nehmen. Mein Gegenüber hat seine Probleme und projiziert diese nur auf mich. Diese Wut hat nichts mit mir zu tun.
  • Zweiter Schritt: Bewusst werden über eigene Gefühle und Gedanken. Ich entscheide, ob mich Kollegen oder Klienten nerven können. Oft hilft alleine der Gedanke, dass ich eine Wahl habe zwischen guter und schlechter Laune.

Neuer Job?

Wer allerdings gar nicht aus dem Montagsblues herauskommt, sollte einen neuen Job erwägen. Komme ich mit Kollegen, Patienten und Chef überhaupt nicht mehr aus – nicht nur montags – dann passen vermutlich viele Faktoren nicht mehr zusammen. Eventuell hilft es dann, sich einen neuen Job zu suchen.

Aber Vorsicht, wem immer wieder das berufliche Umfeld kippt, sollte seine Anteile am Scheitern anschauen. Nur dann ist dauerhafte eine Verbesserung in Sicht.

 

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