Pflegeversicherung: Kostenloses Pflegetagebuch hilft

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Mehr Leistungsempfänger in der Pflegeversicherung

Tagebuch schreiben
Bild: pixabay.com

Die Zahl der Personen, die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten, ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Ende 2017 gab es annähernd 3,5 Millionen Leistungsbezieher, was einem Plus von rund 750.000 im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Verantwortlich dafür ist nicht etwa der rasante demographische Wandel, sondern die Reformen rund um den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff. Er definiert, wann ein gesetzlicher Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung besteht. Das kostenlose Pflegetagebuch des Sozialverbands SoVD hilft Angehörigen und Pflegebedürftigen dabei, ihre Ansprüche durchzusetzen.

Begutachtung steht am Anfang

Dabei hat der Gesetzgeber nicht nur Pflegestufen durch Pflegegrade ersetzt, sondern beispielsweise auch den Zugang zu Pflegeleistungen für Menschen mit Demenz vereinfacht. Im Ergebnis erhalten mehr Versicherte Leistungen aus dem Topf der gesetzlichen Pflegeversicherung. Für die Einstufung nimmt dabei zunächst der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) eine Begutachtung vor. Diese wird von der zuständigen Pflegekasse beauftragt.

Veränderte Anforderungen

Beim Einschätzen des Pflegebedarfs kommt ein neues Instrument zum Einsatz, das nicht mehr Defizite, sondern Ressourcen und Fähigkeiten in den Fokus rückt. Der Grad der Selbständigkeit löst dabei als Maßstab den Hilfebedarf in Minuten ab. Bisher konnten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen den Bedarf mit Hilfe eines Tagebuchs dokumentieren. Durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff haben sich jedoch die Anforderungen an diese Form der Dokumentation verändert. Der Sozialverband SoVD hat deshalb ein neues Pflegetagebuch veröffentlicht, das den aktuellen Stand der Gesetzgebung berücksichtigt.

Kostenloses Pflegetagebuch hilft

Das kostenlose Pflegetagebuch hilft, sich optimal auf die Besuche des MDK vorzubereiten. „Dies ist mitentscheidend, um am Ende auch die Leistungen zu erhalten, die einem zustehen“, erklärt Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbands. SoVD-Pflegeexperte Florian Schönberg ergänzt: Es sei wichtig, sich rechtzeitig mit der Situation und Begutachtung auseinander zu setzen. Mit Hilfe des Pflegetagebuchs könnten Betroffene ihre Situation ausführlich beschreiben und den Bedarf verdeutlichen. Angehörige erhalten das Tagebuch als kostenlosen Download auf der Seite des SoVD oder können es gegen einen frankierten und adressierten Rückumschlag kostenlos hier anfordern:

Sozialverband Deutschland e. V.
Abteilung PAD
Stralauer Straße 63
10179 Berlin

oder

materialbestellung@sovd.de

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Christian Hübner hat die integrative Pflegeausbildung nach dem Stuttgarter Modell© absolviert. Er ist Gesundheits- und Krankenpfleger und Altenpfleger, arbeitet aktuell in der Behindertenhilfe und studiert berufsbegleitend Pflegewissenschaft an der Universität Witten-Herdecke.

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